Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern sowie weitere Gäste folgten am Mittwochabend der Einladung des Projektkurses Auschwitz in den Lichthof des SIBIs. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Präsentation von Projektarbeiten, am Ende eines Schuljahres, in dem sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Nationalsozialismus, dem Holocaust sowie der Bedeutung von Erinnerungskultur und gesellschaftlicher Verantwortung auseinandergesetzt hatten.
Zu Beginn des Abends begrüßten Friedrich Hübert, Thies Fischer und Philipp Schellhaas die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Sie führten in das Programm ein und leiteten zu einem eigens produzierten Film über die Exkursion zur Gedenkstätte Auschwitz über.
Der Film beeindruckte durch eindrucksvolle Bilder der Gedenkstätte sowie persönliche Interviews mit Teilnehmenden der Exkursion. Besonders hervorzuheben war die professionelle Vertonung. Die Sprecherstimme erhielt durch den gezielten Einsatz eines Equalizers – einem Werkzeug zur Anpassung und Hervorhebung bestimmter Frequenzbereiche einer Tonaufnahme – einen besonders ausgewogenen und klaren Klang. Dadurch wirkte die Moderation hochwertig und professionell, ohne dabei an Natürlichkeit zu verlieren.
Ein weiteres Projekt des Abends war z. B. auch ein Film über die Verflechtungen der deutschen Automobilindustrie mit der Zwangsarbeit während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Präsentation machte eindrucksvoll deutlich, in welchem Umfang große Automobilunternehmen von der Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern profitierten. Ebenso erschreckend war die Erkenntnis, dass die Übernahme von Verantwortung und die umfassende Aufarbeitung dieses Kapitels der Unternehmensgeschichte über Jahrzehnte hinweg nur sehr zögerlich erfolgten.
Besonderes Interesse fand zudem das detailreich gestaltete Modell des KZs Auschwitz-Monowitz (Lagerkomplex Auschwitz), welches zu den Buna-Werken gehörte. Die Buna-Werke hatten große Industrieanlagen im nationalsozialistischen Deutschlands, welche der Herstellung von synthetischem Kautschuk (Buna) dienten, der insbesondere für die Rüstungsindustrie benötigt wurde. Da Naturkautschuk kriegsbedingt nur eingeschränkt verfügbar war, spielte die Produktion des künstlich hergestellten Rohstoffs eine zentrale Rolle für die Kriegswirtschaft. Für den Bau und den Betrieb der Werke wurden Tausende Häftlinge aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau als Zwangsarbeiter eingesetzt. Sie mussten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, viele überlebten die schwere körperliche Arbeit, Hunger und Misshandlungen nicht. Das Modell verdeutlicht die enge Verbindung zwischen industrieller Produktion, wirtschaftlichen Interessen und den Verbrechen des NS-Regimes.
Ergänzt wurde die Ausstellung durch zahlreiche weitere informative Plakate zu verschiedenen Aspekten der NS-Zeit und der Erinnerungskultur. Darüber hinaus hatten zwei Schülerinnen sogar einen eigenen Podcast produziert.
Während des gesamten Präsentationsabends wurde deutlich, mit welchem Engagement sich die Schülerinnen und Schüler den unterschiedlichen Themen gewidmet hatten. Besonders die gemeinsame Exkursion zur Gedenkstätte Auschwitz wurde von vielen als prägende und nachhaltige Erfahrung beschrieben. Sie habe historische Zusammenhänge greifbar gemacht und die Bedeutung des Erinnerns auf eindrucksvolle Weise vermittelt.
Daher galt ein großer und herzlicher Dank des Projektkurses den betreuenden Lehrkräften Lisa Weissinger, Helene Deitermann, Arndt Kraus und Christopher Holler, die den Projektkurs mit großem Engagement begleitet und die Exkursion ermöglicht hatten.